Beim InfraLab Berlin BizBreakfast können alle, die auf dem EUREF-Campus arbeiten oder an der InfraLab-Community interessiert sind, entspannt in den Tag einsteigen, netzwerken und jedes Mal ein neues Projekt kennenlernen.

Zuletzt war Besuch aus der direkten Nachbarschaft bei uns: Dénes Honus von Green City Solutions hat den City Tree vorgestellt, der so viel Feinstaub filtert wie 275 Bäume! Dieser Umweltaspekt steht auch ganz klar im Vordergrund, obwohl die preisgekrönte Erfindung des Startups auch durch ihr Design auffällt: Auf den ersten Blick könnte es sich nämlich ebenso um eine Kunstinstallation handeln, die sogar eine politische Botschaft transportiert. Denn Urbane Luftverschmutzung ist – zumindest in unseren Städten – nicht sichtbar, und den Menschen somit überhaupt nicht gegenwärtig.

Ein smarter Baum mit W-Lan

Der City Tree macht auf jeden Fall stutzig, neugierig und lädt mit seiner Bank sogar zum Verweilen ein. Wie ein echter Baum, irgendwo im Wald – mit dem Unterschied, dass man beim City Tree je nach Ausstattung sogar noch Zugriff auf freies W-Lan hat und kontaktfrei das Mobiltelefon aufladen kann. Selbstverständlich mit Solarstrom, den der City Tree selbst gewonnen hat. Dieser Strom betreibt auch die IoT-Technik des City Trees selbst. Noch ist diese getrennt vom eigentlichen Herzstück, den speziellen Mooskulturen und Blütenpflanzen, die Feinstaub, Stickoxide und somit einen großen Teil an CO2 aus der Luft filtern. “Bei der nächsten Entwicklung sind aber auch die Kulturen smart.” erklärt Dénes.

Damit der City Tree gut funktioniert, spielt die Berücksichtigung der lokalen Begebenheiten eine große Rolle. So kann man nicht einfach irgendwo eine Anlage platzieren, in der Hoffnung, auf diese Weise die Luft zu verbessern. Es muss genau erforscht werden, wo der City Tree wie stehen muss, um die vorher festgelegte Wirkung zu erzielen. Zu sehen ist er derzeit bereits in Dresden, Paris, Oslo und Krefeld.

Der City Tree in Städten mit starker Luftverschmutzung

Eine Herausforderung sind Städte wie Hongkong, wo die Kulturen extremem Stress ausgesetzt sind und auch schon mal sterben. Doch auch diese Werte sind hilfreich, ebenso wie die vielen Daten, die drinnen und draußen, Sommer wie Winter erhoben werden, so dass der Algorithmus immer weiter lernt. Beispielsweise ist für die Mooskulturen selbst das Sonnenlicht eher schädlich, weshalb eine zweite Pflanze genutzt wird, die lediglich der Verschattung dient und im Winter eingeht, um genügend UV-Licht durchzulassen. So akkumuliert die Anlage auch während dieser Jahreszeit immer noch freie Staubpartikel, und bei zwischen 0 und 4 Grad Außentemperatur fangen die Moose bereits wieder an, auf 100 Prozent zu laufen.

Green City Solutions sind aber nicht auf Charity Mission mit ihrer Erfindung. Es gibt keine staatliche Subventionen, stattdessen Investoren und fast täglich Anfragen aus aller Welt, darunter Japan und Israel. Und immer mehr interessieren sich auch für einen Luftverbesserer auf Moosbasis für den Innenbereich.

Der City Tree auf dem EUREF-Campus

Ein City Tree steht seit kurzem auf dem EUREF-Campus – im Laufe dieses Jahres sollen es 20 werden, um die Luftverschmutzung um 30 Prozent zu reduzieren. Wir sehen uns also bald draußen auf einer der Bänke!

Posted by Maike Hank

Communication Lead | InfraLab Berlin

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