Gemeinsam digital: Wie Berlins Infrastrukturunternehmen die smarte Stadt voranbringen
Wie wird Berlin digitaler, vernetzter und zukunftsfähiger? Und wie können innovative Technologien dabei helfen, die Herausforderungen einer wachsenden Metropole zu meistern? Auf der Smart Country Convention (SCCON) 2026 zeigte das InfraLab Berlin anhand von drei konkreten Projekten, wie die Zusammenarbeit der Berliner Infrastrukturunternehmen neue Lösungen für die Stadt hervorbringt.
Gemeinsam für das smarte Berlin
Vom 13. bis 15. Oktober wurde die Smart Country Convention mit mehr als 30.000 Teilnehmenden zum Treffpunkt für die digitale Zukunft von Städten, Regionen und Verwaltung. Mittendrin: das InfraLab Berlin. Auf Einladung des Landes Berlin gestalteten wir am ersten Messetag einen eigenen Programmpunkt am Stand der Smart City Berlin, organisiert von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie.
Als gemeinsame Innovationswerkstatt der sechs großen Berliner Infrastrukturunternehmen bringen wir unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen zusammen, um Berlin nachhaltiger, resilienter und lebenswerter zu machen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigten drei Projekte rund um intelligente Baustellenkoordination, digitale Vernetzung und nachhaltige Mobilität.
Weniger Stau durch intelligente Baustellenkoordination
Baustellen gehören zu Berlin wie die Spree und der Fernsehturm. Doch wie lassen sich die damit verbundenen Verkehrsbehinderungen möglichst gering halten? Bertram Monninkhoff von den Berliner Wasserbetrieben stellte vor, wie eine intelligente Baustellenkoordination dabei helfen kann.
Das Prinzip: Eine digitale Verkehrssimulation wird mit dem Berliner Baustellenatlas verknüpft. So lässt sich bereits vor Beginn einer Baumaßnahme erkennen, welche Auswirkungen sie auf den Verkehr haben könnte, wo Engpässe entstehen und welche Alternativen sinnvoll sind. Das schafft eine bessere Grundlage für die Planung und Abstimmung zwischen den Infrastrukturbetreibern – und kann langfristig helfen, Staus und Einschränkungen für die Berlinerinnen und Berliner zu reduzieren.
LoRaWAN: Ein Funknetz, viele Möglichkeiten
Wie lassen sich Daten aus der Stadt intelligent nutzen, ohne dafür überall neue Kabel verlegen zu müssen? Eine Antwort liefert LoRaWAN, ein besonders energiesparendes Funknetz, das kleine Datenmengen über große Entfernungen übertragen kann.
Welche Möglichkeiten diese Technologie für Berlin eröffnet, diskutierten Arwed Mallow von Stromnetz Berlin, Dr. Simon Bunjamin von der Berlin Energie Netz und Service GmbH (BE-NU-S) und Dr. Claudia Buß aus der Berliner Senatskanzlei.
Ob beim Erfassen von Umwelt- und Klimadaten oder bei der intelligenten Überwachung technischer Infrastruktur: Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Das Berliner LoRaWAN entsteht als Gemeinschaftsprojekt des Landes Berlin und der Berliner Infrastrukturbetreiber. Das InfraLab bringt als zentraler Kooperationspartner die beteiligten Akteure zusammen und unterstützt den Austausch über konkrete Anwendungen. So wächst Schritt für Schritt eine digitale Infrastruktur, von der die ganze Stadt profitieren kann.
Die Mobilitätswende auf die Straße bringen
Dass Digitalisierung und Klimaschutz Hand in Hand gehen können, zeigte zum Abschluss Sören Melvin Götting von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Er gab Einblicke in die schrittweise Elektrifizierung der Berliner Busflotte und die damit verbundenen planerischen und technischen Herausforderungen.
Denn hinter der Umstellung auf Elektrobusse steckt weit mehr als der Austausch von Fahrzeugen: Ladeinfrastruktur, Energieversorgung, Betriebshöfe und Fahrpläne müssen aufeinander abgestimmt werden. Die Transformation der Busflotte zeigt damit beispielhaft, wie eng Mobilitäts- und Energiewende miteinander verknüpft sind – und wie wichtig eine vorausschauende Planung für einen klimafreundlichen Nahverkehr ist.
Gemeinsam mehr bewegen
Drei Projekte, unterschiedliche Herausforderungen und ein gemeinsamer Ansatz: Die Stadt von morgen entsteht nicht im Alleingang. Sie braucht Zusammenarbeit über Unternehmens- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg.
Genau hier setzt das InfraLab Berlin an. Wir vernetzen die Kompetenzen der Berliner Infrastrukturunternehmen, bringen Partner aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen und entwickeln gemeinsam praxisnahe Lösungen für die Herausforderungen unserer Stadt.
Die Smart Country Convention hat einmal mehr gezeigt, wie viel Potenzial in diesem Austausch steckt. Wir bedanken uns bei allen Referierenden, Mitwirkenden und Gästen für die spannenden Einblicke und Gespräche – und freuen uns darauf, die digitale Zukunft Berlins weiter gemeinsam zu gestalten.








