Eine gemeinsame Online-Plattform der InfraLab-Partner stellt den Lehrkräften der Berliner Schulen Unterrichtsmaterialien und Lernangebote rund um das Thema Klimawandel und -anpassung zur Verfügung.

„Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft sind wichtig und jeder kann etwas tun. Es geht darum Werte zu vermitteln und sie in die Breite zu tragen – je früher desto besser. Deshalb fangen wir bei den Schulkindern an“, sagt Angela Sonnenschein von der Berliner Stadtreinigung (BSR). Sie leitet das InfraLab-Partnerprojekt KlimaMacher, welches vor zwei Jahren von BSR, BVG, Berliner Wasserbetriebe, Vattenfall Wärme Berlin, GASAG und Stromnetz Berlin als eine der ersten Initiativen auf den Weg gebracht wurde. Bei diesem gemeinsamen Projekt der Berliner Ver- und Entsorger mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Senatsverwaltung für Bildung, Jungend und Familie werden globale Herausforderung im Kiez und in der Stadt erlebbar gemacht. Das Zusammenspiel der Unternehmen für eine nachhaltige Metropole Berlin wird im gemeinsamen Bildungs- und praxisnahen betrieblichen Erlebnisangebot verständlich.

Ziel ist es, den Lehrkräften der Berliner Schulen auf einer Online-Plattform Unterrichtsmaterialien und Lernangebote rund um das Thema Klimawandel und -anpassung zur Verfügung zu stellen. „Unsere klimafreundliche Stadt“ – unter diesem Motto werden Wissen, Handlungsmöglichkeiten und Ziele für ein klimafreundliches Verhalten in die Schulbildung gebracht und so ein Bildungsmehrwert geschaffen.

Modulare Grundlagenvermittlung: konzeptionell und inhaltlich anpassbar

Vier Themen – Mobilität, Abfall, Wasser und Energie – können allumfassend im Rahmen einer Projektwoche behandelt, oder modular aufbereitet für einzelne Thementage organisiert werden. Dabei steht es den Lehrkräften offen, welche inhaltlichen Schwerpunkte sie aus dem Angebot wählen und in welcher Form sie diese vermitteln möchten. Die KlimaMacher unterstützen – in Absprache mit den Unternehmen – auch vor Ort. Die Nutzung außerschulischer Lernorte ist im Rahmen von Exkursionen ebenfalls wichtiger Bestandteil des Bildungskonzeptes.

Das Angebot richtet sich an Schulkinder der 5. und 6. sowie der 7. und 8. Klasse. Am ende der Projektwoche, finden sich die vier Gruppen im „Worldcafé“ zusammen, um sich die Ergebnisse gegenseitig vorzustellen und gemeinsam zu hinterfragen. Die Zusammenhänge der städtischen Ver- und Entsorger werden dabei zusätzlich sichtbar.

Erste Pilotphase an der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule

In einer Projektwoche im Jahr 2018 an der Theodor Heuss-Gemeinschaftsschule in Berlin-Moabit wurden die entwickelten Bildungsmaterialien ein erstes Mal erprobt. Eine Schule, die sich mit rund 80 Prozent Migrationshintergrund der Schülerinnen und Schüler besonders durch kulturelle Vielfalt auszeichnet. Entsprechend bunt waren die Arbeitsergebnisse.

„Auf den ersten Blick ist das Thema Klimaschutz für viele nicht so spannend. In der tiefergehenden Auseinandersetzung ließen sich die Jugendlichen dann aber prima für konkrete Maßnahmen – sei es Abfalltrennung, Licht ausmachen, wenn sie aus den Raum gehen, stoßweise Lüften oder Wasser sparen, indem sie den Hahn direkt nach der Nutzung wieder zudrehen – sensibilisieren und begeistern. Und dann ist es toll zu sehen, welche Ideen zur Ressourcen- und Klimaschonung die Kinder selber entwickeln“, schwärmt die Projektmanagerin.

Eine starke Vernetzung zwischen analoger Projektarbeit und digitaler Ergebnispräsentation steht für Angela Sonnenschein nach der Pilotphase im Fokus: „Ich hoffe, dass die Webseite in spätestens fünf Jahren stark an Content von KlimaMacher-Produkten gewachsen ist, sprich: Fotos, Videos, Trailer von Jugendlichen, auf die alle zugreifen können“. Hierzu müssen die Berliner Schulen jedoch technisch aufgerüstet und bestenfalls mit W-LAN ausgestattet sein.

Das Angebot richtet sich zunächst an Berliner Schulen. Bald könnten die KlimaMacher aber auch Blaupause für andere Städte im Bundesgebiet sein. Im Zusammenhang dieser engagierten und ambitionierten Zielsetzung unterstreicht Angela Sonnenschein die Vorteile der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit im InfraLab, die jegliche Projektdynamik unterstützt. Regelmäßige Treffen im firmenneutralen „Dorfplatz“ bei lockerer Duz-Atmosphäre fördern gemeinsame Impulse und das Commitment zur Umsetzung.

Bis Oktober sind drei weitere Klimamacher-Pilotprojekte in Berlin geplant.

Lisa Reuter

Posted by Lisa Reuter

Sag' etwas zu diesem Beitrag